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Tagebuch, 13. März 2009: Der Freitag – ein Ruhe-und Feiertag

Schlürfende Schritte auf dem körnigen Sand. Ein singendes Gebet erreicht mein Ohr. Ahmed mit seinem unverzichtbaren Radio schlendert gemächlich unter mir vorbei. Mein wandernder Blick schweift über ihn, über seine hinterlassenen Spuren im Sand. Der Wind verschont sie heute: auch er hat Ruhetag, Feiertag. Als kleiner Strich nähert sich weiter nördlich Eed dem ruhenden Lager. Hin und wieder dreht er sich, vertieft sich in den Anblick der fernen Bergen. Markant prägen sie den Horizont, dahinter der leicht violett-bläuliche Rand des „Unnamed Plateau“. Im Osten ruhen zwei riesige Krater, versunken in sich selbst, wie Reste einer geplatzten, riesigen Blase. Der Himmel in einem federleichten Blau, voller Harmonie mit dem gelblichen, gerippelten Sand.

Auch Hesham hat sich von seinem Nachtlager erhoben. Vereinzelte Wortfetzen verlieren sich zu mir. Carlo’s isoliertes Nachtlager ist verwaist. Er hat sich in den Schatten der beiden Toyotas zurückgezogen, hirnt und analysiert wohl seine unzähligen Waypoints – eine Arbeit ohne Ende, voller Tiefen und manchmal auch Enttäuschungen, aber in seinen Sternstunden voller Höhen und beeindruckenden Erfolgen. Ahmed wandelt mit seiner sprechenden Moschee, sein Antlitz gegen Osten gewandt. Oft stockt sein tastender Schritt – vielleicht ein Symbol für sein ganzes Leben. Kurz sucht er mich auf meiner luftigen Höhe und winkt herzhaft, fröhlich, bescheiden wie immer.

© 2026 Hardy Böckli, Am Syteli – Understock 25, CH-3862 Innertkirchen

© 2026 Hardy Böckli
Am Syteli – Understock 25
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