Alla ist ein mythischer und geheimnisvoller Musiker, ein zerbrechlicher und inspirierter Musiker. Nomade. Ein gelassener und geheimnisvoller Musiker, begnadeter Improvisator, einer der interessantesten arabischen Lautenisten. In ganz Algerien und der Sahara kursieren Legenden und seltsame Geschichten über ihn.
Man erzählt sich noch heute, dass in Béchar manchmal mitten in der Nacht ein Mann an die Türen der Häuser klopfte. Er trat ein, setzte sich wortlos hin, blieb manchmal drei Tage lang dort, bevor er wieder ging, immer noch genauso still und geheimnisvoll. Und es war eine Ehre für denjenigen, der ihn aufgenommen hatte, denn es handelte sich um Alla, einen der größten Oud-Spieler aller Zeiten. Alla wurde am 15. Juni 1946 als jüngstes von zwölf Kindern geboren. Seine Mutter stammte aus Tafilalet (einer Stadt im Süden Marokkos) und sein Vater aus Taghit, einer abgelegenen Oase 95 Kilometer von Béchar entfernt. Mit 15 Jahren musste der junge Alla die Schule verlassen und seinen Lebensunterhalt verdienen. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch (Elektrikerlehrling, Bäcker, Barkeeper … 1986 eröffnete er sogar ein Möbelgeschäft! ). Aber gleichzeitig war Alla von der Musik besessen. Mit 16 baut er sich aus einem Kanister, Kabeln und Holzstücken seine eigene Oud. Trotz seiner beengten Mittel entwickelt er einen Stil, der sowohl vom Orient als auch von Afrika inspiriert ist. 1972 kauft er sich seine erste richtige Oud und beginnt sehr schnell, öffentlich aufzutreten. Keines seiner Konzerte gleicht dem anderen. Alles basiert auf Inspiration, Schmerz oder Freude des Augenblicks. Allas Musik besteht vor allem aus Freiheit und Raum. Unter seinen Fingern nimmt die Laute Klänge von Kora, Flamencogitarre oder Gumbri an. Im Laufe der Zeit schuf Alla den „Foundou“, ein Genre mit einem seltsamen Namen, der aus den Tiefen seiner Kindheitserinnerungen stammt. Sein Vater arbeitete in einer Eisenmine namens „Fond 2“ und in einem Anfall von Inspiration nannte er diese namenlose Musik, die wie durch Zauberei aus seiner Oud und seiner Seele zu kommen schien, so. Heute lebt Alla in Paris und empfängt niemanden. Eingeschlossen in seiner eigenen Welt, scheint er zu komponieren. Und bleibt sich selbst treu: frei und unberechenbar.
